wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen

Werden Sie jetzt Fan von kostenlose-urteile.de bei facebook!


Dies ist die mobile Version von kostenlose-urteile.de - speziell optimiert für Smartphones.

Klicken Sie hier, wenn Sie lieber die klassische Version für Desktop-PCs und Tablets nutzen wollen.


Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Verwaltungsgericht Minden, Urteil vom 28.09.2006
7 K 3968/04  -

Zahnarzt mit türkischer Ausbildung erhält deutsche Berufserlaubnis

Ein eingebürgerter türkischstämmiger Zahnarzt mit einer zahnärztlichen Ausbildung in der Türkei kann einen Anspruch auf eine dauerhafte Berufserlaubnis besitzen, um als Zahnarzt arbeiten zu dürfen. Dies hat das Verwaltungsgericht Minden entschieden.

In Deutschland darf als Zahnarzt arbeiten, wer die zahnärztliche Approbation oder eine Berufserlaubnis besitzt. Die Approbation setzt u.a. einen deutschen oder gleichwertigen ausländischen Abschluss eines Zahnarztstudiums voraus und berechtigt dazu, dauerhaft, selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. Demgegenüber soll die Berufserlaubnis nur eine vorübergehende Tätigkeit ermöglichen, z.B. für Fortbildungen ausländischer Zahnärzte. Nach den ständigen Empfehlungen sachverständiger Gremien (Landesprüfungsämter, Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen, Zahnärztekammer) ist eine zahnärztliche Ausbildung in der Türkei nicht schon als solche gleichwertig. Wer dort Zahnmedizin studiert hat, kann aber die Gleichwertigkeit seines Ausbildungsstandes mit einer Prüfung vor der Sachverständigenkommission der Zahnärztekammer nachweisen.

Der Kläger hatte bei der Bezirksregierung Detmold in erster Linie die Approbation beantragt. Damit hatte er jedoch keinen Erfolg. Das Gericht wies die Klage insoweit ab und führte aus, dass die türkische Ausbildung nicht objektiv gleichwertig sei. Dies habe der Kläger auch bei seinen drei erfolglosen Prüfungen vor der Sachverständigenkommission nicht nachweisen können.

Die 7. Kammer verpflichtete jedoch die Bezirksregierung Detmold, dem Kläger eine dauerhafte Berufserlaubnis unter Auflagen zu erteilen. Dies begründete das Gericht mit folgenden Erwägungen: Es stehe im Ermessen der Behörde, ob einem Antragsteller eine Berufserlaubnis erteilt werde. Dabei sei es grundsätzlich zulässig, von Bewerbern eine gleichwertige Ausbildung zu verlangen, um Patienten vor unqualifizierten Ärzten zu schützen. Bei jeder Ermessensausübung seien allerdings auch betroffene Grundrechte zu berücksichtigen. Der mittlerweile deutsche Zahnarzt könne sich auf seine Berufsfreiheit aus Art. 12 Grundgesetz berufen. Da seine Patienten auch dadurch vor ärztlichen Fehlern geschützt werden könnten, dass er nur unselbstständig unter Aufsicht eines approbierten Zahnarztes arbeiten dürfe, gebe es keinen Grund mehr, dem Kläger die Ausübung seines Berufes vollständig zu verweigern.

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 11.10.2006
Quelle: ra-online, Pressemitteilung des VG Minden vom 29.09.2006

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/VG-Minden_7-K-396804-_Zahnarzt-mit-tuerkischer-Ausbildung-erhaelt-deutsche-Berufserlaubnis.news3137.htm

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Dokument-Nr.: 3137 Dokument-Nr. 3137

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Die Redaktion von kostenlose-urteile.de gibt sich größte Mühe bei der Zusammenstellung interessanter Urteile und Meldungen. Dennoch kann keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Inhalte gegeben werden. Insbesondere kann kostenlose-urteile nicht die fachkundige Rechtsberatung in einem konkreten Fall ersetzen.

Bei technischen Problemen kontaktieren Sie uns bitte über dieses Formular.