wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen

Werden Sie jetzt Fan von kostenlose-urteile.de bei facebook!


Dies ist die mobile Version von kostenlose-urteile.de - speziell optimiert für Smartphones.

Klicken Sie hier, wenn Sie lieber die klassische Version für Desktop-PCs und Tablets nutzen wollen.


Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Oberlandesgericht München, Urteil vom 28.01.1994
10 U 5785/93 -

Verkehrsunfall wegen Sekundenschlaf: Keine grob fahrlässige Unfallverursachung wegen Einnicken am Steuer nach ausreichendem Schlaf

Keine Leistungsfreiheit der Versicherung

Wer trotz deutlicher Anzeichen einer Übermüdung eine Autofahrt nicht beendet und daher kurz einnickt, hat den dadurch verursachten Unfall dann nicht grob fahrlässig verursacht, wenn er zuvor ausreichend Schlaf hatte. Dies geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts München hervor.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Ein Autofahrer wollte in den frühen Morgenstunden zu seinen Eltern fahren. Obwohl er am Vortag frühzeitig ins Bett gegangen war, nickte er kurz ein. Infolge dessen kam er auf freier Strecke von der Fahrbahn ab. Erst nach etwa 120 m kam er aufgrund eines Aufpralls gegen einen Mast zum Stehen. Die Versicherung lehnte nachfolgend eine Regulierung des Schadens ab. Sie vertrat die Ansicht, dass der Autofahrer die deutlichen Anzeichen der Übermüdung nicht beachtet und daher den Unfall grob fahrlässig verursacht habe. Der Fall landete schließlich vor Gericht.

Anspruch auf Versicherungsschutz bestand

Das Oberlandesgericht München bejahte einen Versicherungsschutz. Dem Autofahrer habe kein grob fahrlässiges Verhalten zur Last gelegt werden können. Zwar könne bei einer Nichtbeachtung deutlicher Anzeichen einer Übermüdung auf Fahrlässigkeit geschlossen werden. Es habe im vorliegenden Fall jedoch an weiteren Umständen gefehlt, die nachgewiesen hätten, dass sich der Autofahrer über solche Bedenken hinweggesetzt hatte, die sich angesichts der typischen Ursachen und deutlichen Anzeichen der Übermüdung jedem geradezu aufgedrängt hätten.

Kein grob fahrlässiges Verhalten

Angesichts dessen, dass der Autofahrer am Vortag frühzeitig zu Bett ging, er bis zum Unfall nur kurze Zeit gefahren war und normale Fahrbahnverhältnisse vorlagen, habe es nicht als besonders vorwerfbar angesehen werden können, wenn der Autofahrer aus den Vorzeichen der Übermüdung nicht sogleich die richtigen Konsequenzen, etwa mit der Unterbrechung der Fahrt, gezogen hat.

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 27.11.2013
Quelle: Oberlandesgericht München, ra-online (zt/zfs 1994, 257/rb)

Aktuelle Urteile aus den Rechtsgebieten:
Fundstellen in der Fachliteratur:
  • DAR 1994, 201Zeitschrift: Deutsches Autorecht (DAR), Jahrgang: 1994, Seite: 201
  • zfs 1994, 257Zeitschrift für Schadenrecht (zfs), Jahrgang: 1994, Seite: 257

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/OLG-Muenchen_10-U-578593_Verkehrsunfall-wegen-Sekundenschlaf-Keine-grob-fahrlaessige-Unfallverursachung-wegen-Einnicken-am-Steuer-nach-ausreichendem-Schlaf.news17258.htm

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Dokument-Nr.: 17258 Dokument-Nr. 17258

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Die Redaktion von kostenlose-urteile.de gibt sich größte Mühe bei der Zusammenstellung interessanter Urteile und Meldungen. Dennoch kann keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Inhalte gegeben werden. Insbesondere kann kostenlose-urteile nicht die fachkundige Rechtsberatung in einem konkreten Fall ersetzen.

Bei technischen Problemen kontaktieren Sie uns bitte über dieses Formular.