wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen

Werden Sie jetzt Fan von kostenlose-urteile.de bei facebook!


Dies ist die mobile Version von kostenlose-urteile.de - speziell optimiert für Smartphones.

Klicken Sie hier, wenn Sie lieber die klassische Version für Desktop-PCs und Tablets nutzen wollen.


Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 20.03.2003
8 U 18/02 -

Deformationen an Rücken, Flanke und Hüfte nach fehlerhaft durchgeführter Fettabsaugung begründet Schmerzens­geld­anspruch

Schmerzensgeld von 4.000 Euro aufgrund unregelmäßiger Konturen und starken Eindellungen

Führt eine fehlerhaft durchgeführte Fettabsaugung zu unregelmäßigen Konturen und starken Eindellungen, so können diese Deformationen ein Schmerzensgeld von 4.000 Euro rechtfertigen. Dies geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf hervor.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Im Februar und Oktober 1996 unterzog sich eine 48-jährige Frau einer ambulanten Fettabsaugung (sogenannte Liposuktion). Da die Maßnahmen zu einem unbefriedigten Ergebnis führten - die Frau litt nach den Behandlungen unter Deformationen im Bereich des Bauches, des Rückens, der Flanken und der Hüfte -, begab sie sich zu einem anderen Schönheitsarzt, der im März 1997 jedenfalls die Deformationen am Bauch beheben konnte. Die Frau warf dem früheren Arzt Behandlungsfehler und eine unzureichende Risikoaufklärung vor und klagte daher auf Rückzahlung des Honorars in Höhe von 8.000 DM sowie auf Zahlung eines Schmerzensgelds in Höhe von mindestens 25.000 DM.

Landgericht gibt Klage teilweise statt

Das Landgericht Düsseldorf gab der Klage teilweise statt. Es bejahte den Rückzahlungsanspruch sowie einen Schmerzensgeldanspruch in Höhe von 8.000 DM. Gegen diese Entscheidung legten beide Parteien Berufung ein.

Oberlandesgericht hält Fettabsaugung für fehlerhaft und bejaht mangelnde Risikoaufklärung

Das Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigte die Entscheidung des Landgerichts und wies daher beide Berufungen zurück. Seiner Ansicht nach sei die Klägerin nicht ausreichend über die Erfolgsaussichten und die möglichen Risiken aufgeklärt worden. Im Fall einer kosmetischen Operation müsse ein Patient darüber informiert werden, welche Verbesserungen er günstigenfalls erwarten könne, und ihm müssten etwaige Risiken deutlich vor Augen gestellt werden. Der Arzt müsse seinem Patienten das Für und Wider mit allen Konsequenzen vor Augen führen. An einer solchen Aufklärung habe es gefehlt. Aufgrund dessen seien die Einwilligungen der Klägerin in die Operationen unwirksam gewesen, so dass die Eingriffe rechtswidrig gewesen seien. Zudem sei die Liposuktion fehlerhaft durchgeführt worden.

Anspruch auf Rückzahlung des Honorars

Da die Operationen rechtswidrig gewesen seien, stehe der Klägerin nach Auffassung des Oberlandesgerichts ein Anspruch auf Rückzahlung des gezahlten Honorars in Höhe von 8.000 DM zu.

Anspruch auf Schmerzensgeld von 8.000 DM

Eine Erhöhung des Schmerzensgelds lehnte das Oberlandesgericht ab. Es blieb daher bei den bereits vom Landgericht zuerkannten 8.000 DM. Das Gericht berücksichtigte, dass die Klägerin aufgrund der rechtswidrigen Eingriffe negative kosmetische Folgeerscheinungen im Bereich des Rückens, der Flanken und der Hüfte durch unregelmäßige Konturen und starke Eindellungen erlitten hatte. Diese Folgen wertete das Gericht als Dauerschaden, der allenfalls durch eine spätere Operation gemildert werden könne.

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 19.10.2017
Quelle: Oberlandesgericht Düsseldorf, ra-online (vt/rb)

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/OLG-Duesseldorf_8-U-1802_Deformationen-an-RueckenFlanke-und-Huefte-nach-fehlerhaft-durchgefuehrter-Fettabsaugung-begruendet-Schmerzensgeldanspruch.news25002.htm

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Dokument-Nr.: 25002 Dokument-Nr. 25002

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Die Redaktion von kostenlose-urteile.de gibt sich größte Mühe bei der Zusammenstellung interessanter Urteile und Meldungen. Dennoch kann keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Inhalte gegeben werden. Insbesondere kann kostenlose-urteile nicht die fachkundige Rechtsberatung in einem konkreten Fall ersetzen.

Bei technischen Problemen kontaktieren Sie uns bitte über dieses Formular.