wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen

Werden Sie jetzt Fan von kostenlose-urteile.de bei facebook!


Dies ist die mobile Version von kostenlose-urteile.de - speziell optimiert für Smartphones.

Klicken Sie hier, wenn Sie lieber die klassische Version für Desktop-PCs und Tablets nutzen wollen.


Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Coburg, Urteil vom 12.07.2006
12 O 459/05 -

Theater muss Zuschauer beim Theaterbesuch vor herab fallenden Requisiten schützen

Zu haftungsrechtlichen Fragen, wenn sich ein Zuschauer bei einer Theateraufführung verletzt

Der Betreiber eines Schauspielhauses hat dafür zu sorgen, dass kein Zuschauer von herabstürzenden Bühnenrequisiten verletzt wird. Anderenfalls riskiert er mindestens die Tageseinnahmen, da er sich unter Umständen schadensersatzpflichtig macht. Das hat das Landgericht Coburg entschieden und der Klage einer Frau, die während einer Schulveranstaltung von einer herabstürzenden Kamera getroffen wurde, teilweise stattgegeben.

Das LG Coburg verurteilte den Träger einer Schule und eine Kamerafrau gemeinschaftlich an eine von einer Videokamera getroffene Musicalbesucherin rund 800 € Schadensersatz und Schmerzensgeld zu zahlen. Dabei hatten sie noch Glück im Unglück. Das Gericht wies nämlich die weitergehende Forderung der verletzten Frau zurück. Sie hatte Ansprüche von über 10.000 € geltend gemacht.

Die öffentliche Unterhaltungsshow der städtischen Schule - für die spätere Klägerin ein unvergesslicher Abend. Und dies, obwohl sie von der Aufführung nichts mitbekommen hatte. Denn kaum hatte sie im Zuschauerraum Platz genommen, wurde sie von einem Schlag auf den Kopf hingestreckt. Eine "Kamerafrau", die im Auftrag des Gymnasiums das Musical auf Video festhalten sollte, war versehentlich gegen das Stativ gestoßen. Die darauf montierte Kamera fiel herab und auf die Besucherin. Den Rest des Abends und auch den folgenden Tag verbrachte die verunglückte Theatergängerin im Krankenhaus. Später klagte sie über Prellungen, Kopfschmerzen und ein eingeschränktes Seefeld im linken Auge. Vom Schulträger und von der "Videofrau" forderte die Klägerin Ersatz von Arztkosten von ca. 300 € sowie Schmerzensgeld von 10.000 €. Beide weigerten sich, liege doch schon kein Pflichtverstoß vor. Die Bedienerin der Kamera sei lediglich reflexartig an das Stativ geraten, weil ein Geräusch im Publikum sie erschreckt habe. Außerdem könne die Besucherin unmöglich schwer verletzt worden sein. Dazu sei die Videokamera viel zu leicht gewesen.

Das Landgericht Coburg gab der Klage nur in geringem Umfang statt. Die Richter bejahten aber eine Pflichtverletzung der Kamerafrau. Sie habe es nämlich versäumt, das Untergestell der Videokamera vor dem Umfallen zu sichern. Dieser Pflichtverstoß sei auch dem Schulträger zuzurechnen, habe sie doch für das Gymnasium gefilmt. Allerdings habe der medizinische Sachverständige die von dem Musicalgast beklagte gravierende Augenverletzung nicht bestätigt. Angemessen sei daher - neben dem Ersatz der Arztkosten - lediglich ein Schmerzensgeld von 500 €.

Siehe zum Thema "Verletzungen beim Theaterbesuch" auch:

BGH, Urt. v. 08.11.2005: Im Theater muss nicht vor dem Abfeuern eines Schreckschusses gewarnt werden

LG Coburg, Urt. v. 12.05.2004: Zur Frage der Haftung eines Theaterinhabers, wenn ein Besucher auf der Eingangstreppe stürzt und sich verletzt

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 24.10.2006
Quelle: ra-online, Pressemitteilung des LG Coburg vom 06.10.2006

Aktuelle Urteile aus den Rechtsgebieten:

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/LG-Coburg_12-O-45905_Theater-muss-Zuschauer-beim-Theaterbesuch-vor-herab-fallenden-Requisiten-schuetzen.news3232.htm

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Dokument-Nr.: 3232 Dokument-Nr. 3232

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Die Redaktion von kostenlose-urteile.de gibt sich größte Mühe bei der Zusammenstellung interessanter Urteile und Meldungen. Dennoch kann keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Inhalte gegeben werden. Insbesondere kann kostenlose-urteile nicht die fachkundige Rechtsberatung in einem konkreten Fall ersetzen.

Bei technischen Problemen kontaktieren Sie uns bitte über dieses Formular.