wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen

Werden Sie jetzt Fan von kostenlose-urteile.de bei facebook!


Dies ist die mobile Version von kostenlose-urteile.de - speziell optimiert für Smartphones.

Klicken Sie hier, wenn Sie lieber die klassische Version für Desktop-PCs und Tablets nutzen wollen.


Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Oberlandesgericht Stuttgart, Beschluss vom 24.01.2011
13 U 148/10 -

Hausverkäufer haftet für Falschinformation des Maklers

Übernimmt der Makler über seine spezifischen Maklerdienste hinaus auch Aufgaben, die eigentlich dem Verkäufer obliegen, so wird er in dessen Pflichtenkreis tätig

Wer einen Makler mit seiner vollständigen Vertretung gegenüber einem Vertragspartner beauftragt, der muss für eventuelle Fehler des Maklers hinsichtlich der Weitergabe von Informationen einstehen. Auch wenn gegenüber dem Makler korrekte Angaben gemacht wurden, entbindet dies den Vertretenen nicht von seiner Verantwortlichkeit. Dies geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Stuttgart hervor.

Im vorliegenden Fall konnte der Verkäufer eines Hauses nicht den vollständigen Kaufpreis verlangen, da ihm zur Last gelegt wurde, einen Mangel am Haus arglistig verschwiegen zu haben. Die Mitarbeiterin der von ihm beauftragten Maklerfirma nahm zuvor die Besichtigung des Kaufobjekts mit dem späteren Käufer vor. Der Kaufinteressent fragte bei der Begehung des Kellers, was es mit den morschen Möbeln auf sich habe. Die Mitarbeiterin antwortete, es sei in der Vergangenheit Druckwasser aufgetreten, das Problem wäre jedoch durch die durchgeführten Straßenbauarbeiten behoben worden. Diese Information entsprach jedoch nicht der Wahrheit und somit zahlte der Käufer einen geringeren als den vom Verkäufer gewünschten Kaufpreis. Dieser klagte schließlich auf Zahlung des vollständigen Betrags.

Verkäufer muss sich das Verhalten der Maklerfirma zurechnen lassen

Das Oberlandesgericht Stuttgart stellte fest, dass dem Kläger kein Anspruch auf Zahlung des restlichen Kaufpreises zustehe. Dem Käufer sei vor Abschluss des Kaufvertrages der Mangel am Haus arglistig verschwiegen worden. Arglistig handele, wer unrichtige Erklärungen in Kenntnis ihrer Unrichtigkeit abgibt. Bedingter Vorsatz reiche hierfür aus. Ein Verkäufer würde bereits dann arglistig handeln, wenn er zu Fragen, deren Beantwortung erkennbar maßgebliche Bedeutung für den Kaufentschluss seines Kontrahenten haben, ohne tatsächliche Grundlagen ins Blaue hinein unrichtige Angaben mache. Im vorliegenden Fall gab die Maklerin die Information über den Mangel ohne tatsächliche Grundlagen ins Blaue hinein weiter, so dass sie arglistig handelte. Der Verkäufer müsse sich das Verhalten der Maklerfirma gemäß §§ 278, 166 Abs. 1 BGB zurechnen lassen. Übernimmt der Makler über seine spezifischen Maklerdienste hinaus auch Aufgaben, die eigentlich dem Verkäufer obliegen, so wird er in dessen Pflichtenkreis tätig. Er ist dann nicht mehr nur Makler, sondern zugleich Hilfsperson des Verkäufers und tritt als beauftragter Verhandlungsführer oder Verhandlungsgehilfe des Schuldners auf.

Auch bei zutreffender Information durch Verkäufer muss sich dieser Falschinformation durch Makler zurechnen lassen

Sollte der Verkäufer den Makler dahingehend unzutreffend unterrichtet haben, dass er den Mangel für behoben erklärte, obwohl dies lediglich auf der Beobachtung beruhte, dass seit Beginn der Straßenbauarbeiten kein Druckwasser im Keller des Hauses mehr aufgetreten sei, so hätte er den Käufer arglistig getäuscht beziehungsweise den Mangel arglistig verschwiegen. Die im Kaufvertrag abgegebene Erklärung, dass ihm von versteckten Mängeln nichts bekannt sei, wäre damit auch unzutreffend. Jedoch selbst wenn der Verkäufer die Maklerfirma korrekt informiert hätte, und der Makler eine Falschinformation an den Käufer weitergegeben hätte, müsste sich der Verkäufer im vorliegenden Fall aufgrund der genannten Umstände die arglistige Täuschung zurechnen lassen.

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 19.03.2012
Quelle: ra-online, Oberlandesgericht Stuttgart (vt/st)

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/OLG-Stuttgart_13-U-14810_Hausverkaeufer-haftet-fuer-Falschinformation-des-Maklers.news13114.htm

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Dokument-Nr.: 13114 Dokument-Nr. 13114

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Die Redaktion von kostenlose-urteile.de gibt sich größte Mühe bei der Zusammenstellung interessanter Urteile und Meldungen. Dennoch kann keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Inhalte gegeben werden. Insbesondere kann kostenlose-urteile nicht die fachkundige Rechtsberatung in einem konkreten Fall ersetzen.

Bei technischen Problemen kontaktieren Sie uns bitte über dieses Formular.