wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen

Werden Sie jetzt Fan von kostenlose-urteile.de bei facebook!


Dies ist die mobile Version von kostenlose-urteile.de - speziell optimiert für Smartphones.

Klicken Sie hier, wenn Sie lieber die klassische Version für Desktop-PCs und Tablets nutzen wollen.


Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Amtsgericht Coburg, Urteil vom 29.03.2007
11 C 1327/06 -

Keine Schadensersatzansprüche, wenn Kinder sich beim Spielen untereinander verletzen

Spieler stellen sich gegenseitig von jeglicher Haftung frei

Wild und laut. So ist es oft, wenn Mädels und Buben miteinander spielen. Im Eifer des Gefechts bleiben Beulen, Schrammen oder blaue Flecken häufig nicht aus. Kann dann ein Kind für die erlittenen Wehwehchen den etwas übermütigen Spielkameraden zur Rechenschaft ziehen? Grundsätzlich nicht, wie aktuelle Entscheidungen des Amts- und Landgericht Coburg zeigen.

Die Coburger Richter wiesen die Schadensersatzklage eines während eines Kinderspiels gestürzten und hierdurch verletzten Jungen ab. Mit dem Vorwurf unfairen Verhaltens hatte er von einem Spielgefährten Schmerzensgeld und Schadensersatz von insgesamt rund 700 € verlangt. Außerdem sollte ihm der vermeintlich wilde Kerl etwaige zukünftig entstehende weitere Schäden ersetzen. Doch in beiden Gerichtsinstanzen konnte keine Unsportlichkeit des in Anspruch genommenen Knaben festgestellt werden.

Ausgelassen spielten die vier 10-jährigen Buben in den Kellerräumen Schwarz/Weiß - ein Lauf- und Versteckspiel. Als der (spätere) Beklagte mit dem Suchen dran war, glaubte er eine pfiffige Idee zu haben: Um seine versteckten Mitspieler schneller aufzuspüren, rannte er Buh-schreiend durch den dunklen Keller. Mit Erfolg. Erschrocken stürzten die drei Jungen aus ihren Schlupfwinkeln. Dabei fiel in der Dunkelheit einer von ihnen hin. Der Kläger wiederum stolperte über diesen am Boden liegenden Jüngling und schlug mit dem Kinn auf dem Steinboden auf. Folge: Ein abgebrochener Schneidezahn. Verantwortlich sei der Beklagte, der sich durch seinen Buh-Ruf regelwidrig benommen habe, so der lädierte Bub.

Doch Amtsgericht und Landgericht Coburg teilten seine Auffassung nicht. Dem beklagten Teenager sei nichts vorzuwerfen. Bei Laufspielen bestehe auch bei Einhaltung der Spielregeln stets die Gefahr, dass die Teilnehmer im Wetteifer stürzen und sich verletzen. Dieses Risiko werde von allen Beteiligten gemeinsam gebilligt. Die Mitspieler stellten sich insoweit gegenseitig von jeglicher Haftung frei. Sie handelten sozusagen auf eigene Gefahr. Nichts anderes habe sich beim Schwarz/Weiß-Spiel zwischen den vier 10-Jährigen verwirklicht.

Urteil des Amtsgericht Coburg vom 29.3.2007, Az: 11 C 1327/06

Beschlüsse des Landgerichts Coburg vom 12.6.2007 und 3.7.2007, Az: 33 S 54/07

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 13.07.2007
Quelle: ra-online, Pressemitteilung des LG Coburg vom 13.07.2007

Aktuelle Urteile aus den Rechtsgebieten:

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/AG-Coburg_11-C-132706_Keine-Schadensersatzanspruechewenn-Kinder-sich-beim-Spielen-untereinander-verletzen.news4541.htm

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Dokument-Nr.: 4541 Dokument-Nr. 4541

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Die Redaktion von kostenlose-urteile.de gibt sich größte Mühe bei der Zusammenstellung interessanter Urteile und Meldungen. Dennoch kann keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Inhalte gegeben werden. Insbesondere kann kostenlose-urteile nicht die fachkundige Rechtsberatung in einem konkreten Fall ersetzen.

Bei technischen Problemen kontaktieren Sie uns bitte über dieses Formular.